Mittwoch, 2. November 2011

MarriageOfTheArts BLOG

Wir starten gerade einen Blog von unserer Schule, wo wir Photos, Zeichnungen, bla, bla...Kunst halt...hochladen & Posts schreiben werden.

Ich denke, es ist definitiv einen Besuch wert. Bis jetzt ist noch nicht viel da, aber das wird sich hoffentlich bald ändern.

Hier geht's zur Seite: http://marriageofthearts.com/

PS: Am nächsten Teil der Prag-Story arbeite ich noch...also nicht wirklich "arbeiten". Ich denke eher darüber nach, wann ich Zeit habe, daran zu arbeiten. :D

Ich denk an euch.

PPS: Heute Abend haben wir ne Party, bei der Geld für den Musik-Track gesammelt wurde. Jeder hat dafür einen Euro bezahlt und somit einen "Charakter gekauft". Als der werden wir dann kommen. Ich bin der/das rote M&M. Höhö.


Freitag, 28. Oktober 2011

Outreach nach Prag. Vorgeschichte. PART I

Komfortables Christsein, zurücklehnen, eine kuschelig warme Zeit haben, genießen…das waren Dinge, die am Donnerstag im Teaching angesprochen wurden. Und ich habe mich so was von ertappt gefühlt. Meine Pläne für das Wochenende, speziell Freitag, sahen nämlich folgendermaßen aus: zum Jesus-Haus gehen, eine Doku über einen Missions-Fotografen angucken und anschließend bei einer Gebetsnacht bis 6.00 morgens teilnehmen.

An sich christlich, nett klingende Vorhaben, aber ist das wirklich alles, was ich bewirken möchte? Soll das wirklich alles gewesen sein?!
NEIN.
-„Okay Gott, ich hab’s geschnallt, was hast du also mit mir vor??“

Während ich also im Teaching saß, kamen plötzlich 2 Eindrücke in meinen Kopf.
- Prag/ Prostitution
- Flughafen

Auf einmal war ich von unbeschreiblicher Aufregung gepackt.
-„Okay Gott, ich bin dabei.“
Aber wer würde mit mir gehen? Ich hatte kein Geld, keinen Plan…nichts, außer einer irre klingenden Idee im Kopf. Das Beste wäre wohl, einen der Jungs zu fragen, ob sie mitgehen würden. Ja, ich wusste sogar schon, wen ich fragen könnte.


-„Warum möchtest du unbedingt einen Jungen dabeihaben?“
-„Na ja, ist es nicht zu gefährlich, nur mit Mädchen zu gehen? Ein Junge könnte uns doch irgendwie beschützen…“
-„ICH werde dich beschützen!“

Das war also Gottes Art, mir zu zeigen, dass ich meine Sicherheit nicht von Menschen abhängig machen soll.

-„Guuut. Wen soll ich sonst fragen?“
Ich bekam keine klare Antwort, sondern nur den Eindruck, es nicht so öffentlich zu machen. Also fing ich an, die Leute um mich herum zu fragen, ob sie dabei wären. Das war jedoch nicht der Fall. Ich meine, ich weiß auch nicht, ob ich an ihrer Stelle mit mir gegangen wäre. Auf dem Weg nach draußen sah ich dann Anna & hatte das starke Gefühl, sie fragen zu sollen. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass sie verrückt und spontan genug wäre, mitzugehen. Ich erzählte ihr also von den Eindrücken und dem nicht vorhandenen Plan & sie war dabei.
Während unserem Gespräch, kam eine Mitarbeiterin von unserer Schule an uns vorbei und ich wollte mit ihr abklären, ob das okay ist, dass wir einen Outreach (rausgehen für Gott) übers Wochenende machen. Sie war total offen dafür, was mich sehr glücklich gemacht hat. Ich erzählte ihr nur von dem Flughafen-Ding, weil mir das in dem Moment wichtiger erschien. Um sicher zu gehen, fragte ich, ob der nächste Flughafen in Dresden ist. Sie bestätigte das. Anschließend meinte sie: „Ach, und es gibt auch einen in Prag.“ BÄÄM. In meinem Hirn war bis dahin absolut keine Verbindung zwischen Prag/Prostitution & Flughafen vorhanden. Doch plötzlich machte alles so viel Sinn. Gott wollte also BEIDES verbinden. Von da an konnte ich nur noch aufgeregt, gespannte, vorfreudige Quietschgeräusche von mir geben. Wuhu!

Soviel zur Vorgeschichte. In der nächsten Zeit werde ich dann posten, was alles für unglaublich verrückte Dinge passiert sind. Aber schon mal zur Beruhigung: mir geht’s super und ich bin gesund zurück. Aber gleichzeitig nicht mehr die Selbe.

PS: Ich war gestern ziemlich hippie drauf und hab jetzt nen Dread :D
PPS: Ich werde nach Süd-Ost-Europa für den großen Outreach gehen. Das ist alles, was ich bis jetzt weiß.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Faithwalk.Gott versorgt.

Hey ihr Lieben. Erstmal sorry, dass ich so lange nix von mir hören lassen habe. Die Tage hier sind echt so ausgefüllt, dass ich irgendwie einfach keine Zeit zum bloggen gefunden habe. Und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, bin ich echt saumäßig im Verzug. Aber ich fang mal am Anfang an.

Die zweite Woche meiner DTS (jetzt bin ich in der 7.) begann damit, dass einige Mitarbeiter erzählt haben, was sie so mit Gott erlebt haben. Eine der Mitarbeiterinnen hat zum Beispiel von ihrer Zeit in Äthiopien gesprochen und Bilder gezeigt. Dann, am Mittwoch hat eine andere Mitarbeiterin erzählt, dass ihnen bei ihrem Einsatz das Geld ausgegangen war und sie schon zwei Wochen eher nach Deutschland zurückgeflogen sind. Sie haben dann gebetet und Gott gefragt, was sie mit der restlichen Zeit anfangen sollten. Anschließend waren sich alle einig, dass sie in die Schweiz gehen sollten. Ohne Geld. Ohne Unterkunft. Ohne Fahrzeug. Ohne Plan. Am Nachmittag sind sie dann einfach losgezogen. Und die ganze Story war so powervoll. Es hat mich echt begeistert zu hören, wie Gott sie immer wieder auf witzige Art und Weise versorgt hat. Während der ganzen Zeit dachte ich nur:“Das will ich auch erleben!“. Anschließend wurde uns dann mitgeteilt, dass für die Woche einfach kein Sprecher gefunden werden konnte. Und weil das so untypisch ist, haben die Mitarbeiter/Leiter angefangen zu beten und Gott zu fragen, ob er in dieser Woche nicht vlt. einfach was anderes mit uns vorhat.
Und siehe da...der Eindruck hat sich bestätigt, dass wir nen „Faithwalk“ machen sollten. Ungeplant, unorganisiert und mitten in der Woche (Mittwoch). Einfach losgehen, uns von Gott versorgen lassen und ein Segen für die Leute um uns herum sein. Bääm. Anschließend wurden wir in Teams eingeteilt. Die Anforderungen waren, dass jeder nur einen Euro mitnimmt und wir außerhalb Herrnhut sind.
v.l.n.r. Bethany aus Pennsylvania, Anna aus Kansas, Sherry aus Texas, ich & Michael (engl. ausgespr.) aus Kalifornien.


Haben uns dann als Team zusammengesetzt, gebetet und „Richtung Norden“ bekommen. Anschließend nachgedacht, was wir mitnehmen, unter dem Aspekt, unser Gepäck so leicht wie möglich zu halten. Hab dann auch keinen Schlafsack mitgenommen, weil ich mir dachte:“Wenn Gott versorgt, dann richtig. Dann wird er auch dafür sorgen, dass ich nachts nicht friere.“

(Ich versuche grade ne unheimlich umfangreiche Story sehr kurz zusammenzufassen.)



Kein eigenes Fahrzeug, kein Geld = trampen.

Keiner hält an. Und die, die anhalten, haben nicht genug Platz für 5 weitere Personen. Logisch. Ein normales Auto hat insgesamt nur 5 Plätze. Lange Zeit an einer Tankstelle verbracht. Weitergelaufen….und gelaufen und gelaufen. Wurde langsam dunkel. Rechts und links nur noch Feld. Vor uns und hinter uns nur Feld & die Straße. Während wir laufen, kommen immer mal Autos vorbeigefahren mit anderen Teams von uns, die die Fenster runtergekurbelt hatten und laut „wuuuhuuu“ rufen. Es schien also zu funktionieren.
Dann treffen wir ein anderes Team von uns und laufen auf verschiedenen Straßenseiten in die selbe Richtung. Dann wieder getrennt, weil die Anderen schneller waren. Nach einer Weile haben wir die andere Gruppe dann an einer Bushaltestelle wieder getroffen und mit ihnen gechillt, weil wir alle ziemlich kaputt waren. In dem Moment hält ein riesiger Van an und uns allen stoppt das Herz (davon geh ich einfach mal aus).

 
Der Typ im Auto war echt cool drauf und meinte: “Hey, kann ich euch ein Stück mitnehmen, ich habe 7 Plätze.“ Das Ding war, dass wir zu der Zeit zu zehnt waren. Doch für ihn war das gar kein Problem. Er hat dann den hinteren Bereich des Vans umgelagert und „zufällig“ einige Decken und Kissen dabei gehabt und damit 2 Mädels von uns einen angenehmen Platz zum fahren geschafft.

 
Der Typ hat uns dann direkt nach Bautzen gefahren und uns mitten in der Innenstadt an einem wunderschönen Brunnen mit Lichterketten raus gelassen. Das Witzige ist, dass die andere Gruppe am Nachmittag Bier geschenkt bekommen hat –das sie natürlich nicht getrunken haben- und wir das dann unserem Fahrer schenken konnten.

Der Typ in der Mitte mit der Mütze war unser Fahrer.

Wir waren alle soo geflasht. Haben erstmal Lobpreis gestartet. Dann kam die Frage auf:“ Und jetzt?“ Aber ich hatte eigentlich echt keinen Zweifel, dass Gott uns versorgen würde. Sind dann auf Nahrungssuche gegangen, die negativ ausgefallen ist. Auf dem Weg durch die Restaurants in der wundervollen Innenstadt haben wir gesehen, dass überall Mengen von außergewöhnlich tollen, leeren, sauberen Kartons gestapelt waren und auf die Altpapiersammlung am nächsten Tag warteten. Mein Gedanke: “Yay…Betten!“ Die Anderen haben die Euphorie total geteilt und wir waren alle überglücklich.

 
Haben dann Leute gefragt, wo der nächste Park ist und sind -mit Kartons beladen- hingelaufen.


 
Im Park angekommen haben wir unser Lager aufgeschlagen. Die Kartons aufgefaltet und als kuschelwarme Unterlage genutzt.


 
Da ich keinen Schlafsack hatte (sondern nur eine Fleecedecke, die ich einem anderen Mädel gegeben hatte) hat mir eines der wunderbaren Mädels angeboten, ihren Schlafsack mit mir zu teilen. War ne gute Nacht. Am nächsten Morgen habe ich erfahren, dass einer der Jungs nachts einfach ein kleines Feuer gestartet hat, weil ihm kalt war. Sau lustige Vorstellung. Im Park, mitten in der Stadt, überall schlafende JMEM-Kids auf Kartons + ein persönliches Lagerfeuer.

Am Morgen sind wir ziemlich früh aufgestanden.



 
Haben Zähne geputzt, unser Lager abgebaut und eine Toilette gesucht. Leider waren alle öffentlichen Toiletten noch nicht auf, also haben wir vor einem Einkaufszentrum gewartet und ne stille Zeit gehabt. Nach dem Öffnen sind wir rein, durften die Toilette benutzen und ich hatte den Eindruck, mehrere Papierhandtücher mitzunehmen. Während der Zeit hatten mehrere von uns den Eindruck, dass wir aufhören sollten, zu versuchen nur zu „überleben“ und anzufangen, ein Segen zu sein. Einer der Jungs hatte dann eine Bibelstelle, die das ganze noch unterstrichen hat. Hab sie aufgeschrieben aber leider grade nich da.

Plötzlich kam ein sehr aufgebracht aussehender Araber zu unserem Platz und fing an seine Arme in die Luft zu heben und wütend klingende Worte zu sagen. Wir dachten dann:“Hey, lass uns einfach anfangen, Lobpreis zu machen.“ Und während wir singen und Gitarre spielen, verändert sich das Gesicht des Mannes, er ist ganz ruhig, setzt sich zu uns und fängt an, uns aus seinem Leben zu erzählen. Wir haben dann ne ganze Weile mit ihm verbracht, er hat uns einen schönen Platz in Bautzen gezeigt und wir durften für ihn beten.


Anschließend haben wir uns als Gruppen dann wieder getrennt. Meine Gruppe und ich sind zu dem Marktplatz gegangen, haben uns an den Rand gesetzt und angefangen Musik zu machen, zu singen, zu zeichnen und zu basteln. Ich habe dann ein paar Kartonteile genommen und Messages drauf geschrieben. Ich habe mich an ein Wochenende mit meinen Holy Flames Mädels in Dresden erinnert, wo wir an einem Radweg gesungen haben und ne kleine Box aufgestellt haben mit den Worten:“Wir brauchen nichts, wir haben schon ALLES.“ Und das hat so krass gepasst, dass ich den Gitarrenkoffer geöffnet habe und die Message angebracht habe. Das hat einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen.




Bethany hat Blumen aus Papier gefaltet und sie Kindern geschenkt, die vorbeigelaufen sind. Dann hatte sie den Eindruck, einer Frau eine Blume zu schenken. Die hat sie genommen und gefragt, ob das das „Himmel-und-Hölle-Spiel“ ist. Sind dann mit ihr ins Gespräch gekommen und haben ihr von unserem Trip erzählt. Sie hat dann gefragt: “Und ihr habt seit gestern Mittag nichts gegessen?!“ „Mh…nee“. Sie ist dann kurz verschwunden und in der Zwischenzeit kam eine andere Frau auf uns zu und meinte, wir müssten unseren Platz verlassen, weil sie hier ihren Stand aufbauen möchte. In dem Moment kommt die erste Frau wieder, schenkt und 5 € und einen sau guten Käsekuchen. Mit unserem neuen Guthaben sind wir dann losgezogen und haben das billigste Brot gesucht. Aldi. 85 Cent. Dazu haben wir 2 Päckchen Würstchen gekauft und Frischkäse. Ich glaube, ich habe noch nie so gut gegessen.

MeinTeam mit vollem Magen.
Danach haben wir dann gebetet und Gott gefragt, was wir eigentlich machen sollen, wo wir hingehen sollen, wie wir ein Segen sein können. Und irgendwie haben wir uns ziemlich planlos gefühlt. Wir sind dann einfach Richtung Autobahn gelaufen, weil wir ja Richtung Norden wollten. Auf dem Weg sind wir an einer großen Neubausiedlung vorbeigelaufen und ich hatte so’n bisschen  den Eindruck: “Ihr solltet da hingehen.“ Haben dann aber erstmal wieder an einer Tankstelle unser Schild raus gehalten, und keiner konnte/wollte uns mitnehmen. Nach einem kurzen Nap haben wir dann unseren Kuchen genossen. Jammi. Haben dann wieder gebetet und hatten das Gefühl, 2 sollen an der Straße bleiben und das Schild raushalten und die Anderen gehen in das Neubaugebiet, spielen Musik und sehen mal, was kommt. Ich bin dann mit zu den Häusern gegangen. Hingesetzt, Gitarre ausgepackt, Kids getroffen, gequatscht, für sie gebetet. In dem Moment habe ich mich so am richtigen Platz gefühlt. Die Anderen kamen dann zu uns und meinten auch, dass sie denken, wir sollten vielleicht echt hier bleiben. Uns nicht aufs Reisen zu konzentrieren, sondern auf die Menschen. Haben dann einen Mann gefragt, wo die nächste Gemeinde ist und er hat uns den (kurzen) Weg gesagt. Ich hatte so ein gutes Gefühl in dem Moment. Und am Morgen, nach dem Aufwachen im Park, hab ich Gott gebeten, dass wir die kommende Nacht drinnen schlafen können und hatte totalen Frieden darüber, dass er uns versorgen wird. Auf dem Weg zur Gemeinde sind wir an einem Skatepark vorbeigelaufen und hatten alle das Gefühl…da sollte morgen doch was gehen.

An der Gemeinde angekommen, super aufgenommen wurden, chillige Atmosphäre, sind in einen (Kinder)Raum geführt wurden, haben Decken, Handtücher, Matratzen, Seife, Kissen und 20 € bekommen & durften die Dusche nutzen. Das war echt eine neue Ebene von Gastfreundlichkeit und Gottes Versorgung. Außerdem durften wir alles in den Räumen nutzen: Cappuccino, Tee, Süßigkeiten. Die Gemeinde ist so lebendig, und es leben mehrere Familien dort. Im Gemeinschaftsraum gab es einen Kicker, Billardtisch und alles was das Herz begehrt. Wir waren so geplättet.





Als wir und dann alle niedergelassen hatten, war es gegen 5 am Nachmittag. Den restlichen Tag haben wir dann genutzt um zu reflektieren, was passiert ist, Gott zu danken und uns besser kennen zu lernen.

Am nächsten Tag sind wir aufgestanden und waren super drauf.


 Mit den 20€, die wir bekommen haben, hatten wir schon am tag zuvor geplant, zu Kaufland gehen und Süßigkeiten und Zeug kaufen, dass wir mit den Kids auf dem Skatepark teilen könnten.


 
Und für 2 Brote und Nutella für uns hat es auch noch gereicht.
Am Skatepark angekommen, haben wir angefangen Beziehungen aufzubauen, mit den Leuten dort abzuhängen und sie einfach ein bisschen kennen zu lernen. Außerdem haben wir herausgefunden, dass Michael in Amerika geskatet hat und von einigen Labels u.a. Vans gesponsert wurde. 


 Die Kids/Teens dort waren echt super und wir hatten ne großartige Zeit zusammen.

Das Bild hat einer der Jungs von dot gemacht.
 

Außerdem waren dort auch 3 Typen, die geskatet haben. Ich hab sie gefragt, ob ich Fotos von ihnen machen darf und sie waren einverstanden und wir sind ins Gespräch gekommen. Später kam einer von ihnen dann auf mich zu und fragte, ob ich vlt. Papiertaschentücher hätte, weil seine Hand total geblutet hat. Haha…erinnerst du dich…die Papierhandtücher von der öffentlichen Toilette. Deswegen hatte ich die also mitgenommen.


Ich bin mir nicht ganz sicher warum, aber die Kids haben die ganze Zeit gesagt, wie toll sie es finden, mit uns abzuhängen. Und haben dann mit Kreide, die wir gekauft hatten, auf den Boden geschrieben: Best Day Ever. Ich meine wow…wir haben an sich überhaupt nichts gemacht, hatten keinen Plan und waren einfach nur da. Das war so überwältigend und so ein riesen Segen für mich. Puh, es ist echt viel passiert an diesem Tag. So viele Gespräche, Gebete, Freude, Ermutigung. Eines der Mädchen hat dann noch ihre Mum und ihren Freund angerufen und gesagt, dass sie uns unbedingt kennen lernen müssen.



 
Als es dann dunkel wurde haben wir eines der Mädchen noch nach Hause begleitet und sie hat uns gesagt, dass sie jetzt auch daran glauben kann, dass es einen Gott gibt, der sie liebt. Sie hat mir dann einen Ring geschenkt, den ich seit dem immer trage. Er erinnert mich an diese Zeit und daran, dass Gott soo viel mit unvorbereiteten, unqualifizierten Leuten machen kann, die sich einfach nur zur Verfügung stellen und losgehen. Außerdem hat sie uns an der Haustüre ihre Familie vorgestellt, mit denen wir auch teilen konnten, wie gut Gott ist.

Den Rest des Abends haben wir dann im Gemeinschaftsraum der Gemeinde verbracht, eiskalte Coke getrunken, Nutellabrot gegessen, und ne gute Zeit gehabt.

Apropos Brot: Wir hatten ja genug Geld um 2 Brote zu kaufen. Am Nachmittag kam dann eine andere Gruppe von uns zu dem Skatepark und hat uns gefragt, ob wir was zu essen übrig haben. Das war dann so’n bisschen wie die Story in der Bibel mit den Fischen und Broten. Gott hat uns so viel geschenkt, dass wir sogar noch was abgeben konnten und trotzdem noch genug hatten.



 
Wir haben übrigens auch an beiden Morgenden super tolles Frühstück in der Gemeinde bekommen. Was für ein Segen. Und vlt. denkst du auch wie ich: “Ja, irgendwie ist das ja deren Pflicht, andere Christen zu versorgen.“ Und ich meine, ich war suuper Dankbar, aber hab trotzdem gedacht: „Ja, schließlich sind sie Christen.“ Aber als wir wieder daheim waren habe ich viele Geschichten gehört von Gruppen, die von allen Kirchen und Gemeinden abgewiesen wurden sind. Ist das nicht traurig?

Am Samstag haben wir dann unsere Sachen zusammengepackt und sind wieder zur Hauptstraße gegangen um zurück zu trampen. Als wir grade die Straße hoch liefen, ruft mich eines der Mädels, das mir den Ring geschenkt hat, an und sagt, dass sie uns unbedingt noch mal sehen möchten und schon in der Gemeinde waren, die ihnen aber gesagt haben, dass wir schon losgezogen sind. Haben uns dann mit den Mädels getroffen und sie haben uns Gesellschaft geleistet, beim Versuch, eine Mitfahrgelegenheit zu finden.


Das Wort auf seinem Finger ist FAITH.
 Ich stand dann für ne Weile alleine an der Straße mit dem Schild und es haben so viele Autos/LKW’s angehalten, die aber alle absagen mussten, als sie erfuhren, dass wir zu 5. sind. Uns ist dann  irgendwann klar geworden: entweder wir finden einen Van, der uns mitnimmt, oder wir müssen uns aufteilen. Haben dann drüber gebetet und den Eindruck gehabt, wir sollten zusammen bleiben. Etwas später spricht uns ein junges Mädchen an und fragt, ob wir „immer noch nach Löbau wollen“. „Ähm..japp.“ Und der Hammer war, dass sie zu dritt waren und in 2 Autos unterwegs. Es war also genug Platz für uns alle. Und wir waren aufgeteilt, aber trotzdem zusammen. Ich weiß bis jetzt noch nicht wie er dazu kam, aber der Fahrer unseres Autos hat uns allen Eis spendiert.


 
Ich hab dann ein richtig gutes Gespräch mit ihm gehabt.

Da unsere Fahrer nach Zittau wollten, sind sie direkt durch Herrnhut gefahren und haben uns am perfekten Platz rausgelassen. Wir haben sie dann gefragt, ob wir ihnen unsere insgesammt 5€ geben dürfen, mit denen wir ja gestartet waren, die wir aber die ganze Zeit überhaupt nicht gebraucht hatten. Er meinte dann:“Ihr spinnt wohl…ich hab euch gerne mitgenommen!“ Und hat uns (frag mich nicht warum) 20€ in die Hand gedrückt und darauf bestanden, dass wir sie nehmen. Von dem Geld sind wir dann zu einem Café gegangen, über das wir während dem Walk gesprochen hatten, wo’s richtig starken Kaffee gibt. Den haben wir uns dann reingezogen, 12€ bezahlt und den Rest dem (äußerst verwunderten) Kellner geschenkt.



Ich hab euch lieb.
Gott ist GUT!

Dienstag, 13. September 2011

Angekommen.

Oh Määäään. Krass, dass es schon über ne Woche ist, dass ich hier bin. Ich liebe alles und mir geht’s soooo gut. Aber zurück zum Anfang: Am 3. September 2011 war der erste Tag meiner siebenmonatigen DTS (Jüngerschaftsschule) in Herrnhut. An dem Tag der Anreise war es superheiß, der Himmel war wolkenlos und die Sonne tat voll gut.
Nach zwei Stunden Fahrt haben wir das JMEM-Gelände erreicht.
Überall sind englische Wortfetzen rumgeflogen. Im übertragenen Sinne natürlich. Man…ich hab mich echt gefühlt, als wäre ich in einem völlig anderen Land. Nur wüsste ich nicht genau welches Land das hätte sein sollen. Das ist hier echt so multikulturell.

Der Großteil der Leute kommt aus den verschiedensten Ecken der Vereinigten Staaten (Florida, Washington DC, ach keine Ahnung…ich bin in Geo ne Niete. Ammis halt. Verrückte, laute, liebenswerte Ammis.) Außerdem sind Leute aus Korea, GB, Rumänien, Taiwan, Ägypten, Äthiopien, Mexiko, Südafrika und ach, von überall hier. Insgesammt sind wir glaube ich ca. 130 Studenten. Davon kommen (jeder sagt was anderes…ich schätze es sind etwa) 20 aus Deutschland. Es ist also klar, dass wir die ganze Zeit englisch reden. Und ich hab mir dieses „OH that’s AWESOME“ „AMAZING!“ „GREAT“-Ding voll angewöhnt.

Am ersten Abend hatten wir ein BBQ. Um sich die Situation vorzustellen: Mengen von Leuten, die Sonne steht ziemlich Tief, die großen Bäume werfen vereinzelte Schatten auf die riesige Wiese auf der wir alle sitzen. Das Gras ist unser Stuhl und die Knie unser Tisch. Love it.
Danach gab es eine Outdoor-Worship-Session. Draußen wurde eine Bühne aufgebaut und ich habe es genossen, mit all den Anderen Gott aus meinem Herzen heraus zu singen, wie lieb ich ihn habe und ihm die Ehre zu geben.

Danach hat haben die Leiter von sich erzählt. Außerdem wurden uns unsere Kunst-Zweige (Tracks) vorgestellt. Ich habe mich für Photo-Journalismus entschieden.

Bei der Registration am Anfang wurde uns allen ein Zettel gegeben, auf dem stand, dass wir Schichten warmer Klamotten, Basic-Waschzeug und unseren Schlafsack mitbringen sollen. Als wir bei der Ankunft in den Hof gefahren sind, hab ich große Zelte gesehen und dachte deswegen beim Einpacken „Oh cool…wir haben ne coole Camping-Session.“

Am „Ende“ des Abends wurde uns einiges zum Thema Flüchtlinge erzählt. Ich dachte so: “Wooo..krass. Da denkt man ja nie so drüber nach.“ Da in Somalia gerade so ne heftige Hungersnot herrscht, versuchen sich unzählige Menschen in andere Lager zu retten. Ich hörte, dass es da ein Flüchtlingslager gibt, was für 9.000 Flüchtlinge ausgerichtet ist. Zur Zeit leben dort 400.000!! Es dauert oft Tage, bis sie drin sind und etwas zu essen bekommen. Und das nach einer unmenschlichen Reise zu Fuß.
Da viele der Menschen nicht mal Schuhe haben, sind ihre Füße meistens völlig aufgerissen und blutig. Eine Frau hatte den Weg nur mit Flip-Flops zurückgelegt. Aber sie war deswegen nicht etwa traurig oder wütend. Als sie ankam war sie überglücklich, denn sie empfand es als Privileg, nicht barfuß gelaufen zu sein müssen.

Plötzlich veränderte sich der Ton, der mir auf einmal echt ein bisschen Angst machte und die Atmosphäre switchte. Uns wurde gesagt, dass wir hier nun unser eigenes Flüchtlingslager aufbauen werden. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt, bekamen jeder 2 Holzpflöcke, ein bisschen Schnur und eine Plastikplane. Das war alles. Ich war total so:“WAS?! Wie? WO?!“ Anschließend hätten wir ein wenig Zeit gehabt, unser Lager aufzubauen, bis das Licht ausgeht.
Von den Mädels hat natürlich keine ein Zelt aufgebaut. Meine „Zelt“-Genossinen und ich haben beschlossen, die rechteckige Plane auszubreiten, uns in die Mitte auf sie draufzulegen und die Enden über uns zu legen. Wie ne Art Sandwich quasi. Am Anfang war das echt okay. Später war alles um uns herum nass und kalt.
Am nächsten Morgen habe ich meinen Schlafsack mitgenommen und bin erstmal rein gegangen um aufs Klo zu gehen. Hab dann meine warmen Klamotten und den Schlafsack drinnen gelassen. Später saßen wir alle auf dem Basketballplatz und haben gegessen. Dann kam erneut eine Ansage. In dem immer noch krassen, militärartigen Ton wurde uns gesagt, dass einige von uns heute dumme Entscheidungen getroffen haben. Ich dachte:“Puh…zum Glück habe ich heute noch nichts Falsches gemacht.“ Wir wurden damit konfrontiert, dass wir immer noch Flüchtlinge sind. Und Flüchtlinge würden NIE das Wenige, was sie besitzen zurücklassen. Wir sollten auf dem Feld sitzen bleiben und alles, was wir weggebracht hatten, dürften wir die kommende Nacht nicht mehr verwenden. Außerdem sollten wir in dem markierten Bereich bleiben und dürften nicht mit der Außenwelt kommunizieren, uns waschen oder so was.
Ich dachte OKAY, das wird eine harte Nacht. Wir bekamen Mülltonnen auf den Platz gestellt und durften den Müll darin benutzen, um uns ein richtiges Zelt zu bauen. Zusätzlich zu der Plastikfolie + den Holzpfählen.
Wir haben uns dann ein ziemlich gutes Zelt bebastelt, mit allem was wir aus der Mülltonne fischen konnten.
Am Nachmittag sollten wir plötzlich alle aufstehen und uns in zwei Reihen aufstellen. Haben dann einen Marsch durch den Wald gemacht. Irgendwann wurde uns angeboten, dass wir zum Penny laufen könnten, um ein bisschen was zu futtern zu kaufen. Sind hingelaufen (auf dem Weg habe ich ein bisschen koreanisch gelernt) und als wir angekommen waren, war zu. Natürlich war zu. Es war Sonntag. Aber keiner hat daran gedacht. Das sollte uns so’n bisschen in die Situation führen, dass Flüchtlinge oft tagelang laufen im irgendwo Essen zu besorgen und wenn sie dort sind, ist es schon aufgebraucht.
Auf dem Rückweg sind wir dann an unserer WG-Wohnung vorbeigelaufen und hatten doch noch mal 3 Minuten Zeit, warme Sachen zu holen. Und meinen Schlafsack durfte ich auch aus dem Schloss rausholen. Man…ich hab mich noch nie so über meinen Schlafsack gefreut.
Am Abend sollten wir uns dann in Zweiergruppen aufteilen. Mit dieser Person sollten wir dann eine Essensschüssel teilen, in die unser Abendessen gegeben wurde. Besteck hatten wir natürlich keins. Wasser bekamen wir aus einer Konstruktion, die an einem Baum befestigt wurde. Doch wir sollten äußerst vorsichtig sein, denn wenn diese wackelige Konstruktion kaputt ginge, hätten wir kein Wasser mehr.
Am Abend haben wir dann noch mehr Input zum Thema Flüchtlinge bekommen. Außerdem hatten wir ne Zeit in Kleingruppen, wo wir uns austauschen und beten konnten. Später hatten wir ein Lagerfeuer, einige holten ihre Gitarre raus und einige von uns haben Lobpreis gemacht.
Unser Zelt haben wir für 9 Personen aufgebaut. Am Abend kamen dann noch weitere Leute an. Die hatten natürlich kein Zelt. Also wurden wir alle gebeten, ihnen Platz zu schaffen. Wir haben dann also noch ein Mädchen aufgenommen. Da einige keinen Schlafsack hatten, haben wir auch den geteilt. Die Schlafsäcke von uns, die einen hatten, lagen dann horizontal unter uns und ich glaube die Beine von 3 Mädels staken in meinem drin. Warm und komfortabel war echt was anderes. Das Gute war, dass wir SO eng zusammengequetscht waren, dass wir uns gegenseitig wärmen konnten.
In der zweiten Nachthälfte hat es dann angefangen zu stürmen. Später hat es geblitzt und ein richtig fetter Regen ließ auch nicht lange auf sich warten. Auf einmal kam die Achtung-Sirene und die Ansage:“Alle raus aus den Zelten!“ Ich hab mir meinen Schlafsack geschnappt und bin losgezogen, weil ich dachte, dass es jetzt richtig heftig wird und wir noch nen Marsch machen, oder draußen schlafen müssen oder so. Ich war echt total geschockt, als ich gecheckt habe, dass wir ins Schloss gehen dürfen. Das stand für mich irgendwie gar nicht zur Debatte. Musste dann natürlich noch mal durch den Regen zurückrennen, weil ich ja mein ganzes Zeug zurückgelassen habe. Haben dann alle zusammengequetscht auf dem Boden gepennt. Am nächsten Morgen wurde uns dann gesagt, dass wir die Flüchtlings-Simulation hier abbrechen müssen, weil es immer noch in Strömen regnet. Eigentlich war das alles für die ganze Woche geplant gewesen. Der Plan war, dass die Bedingungen immer schlimmer geworden wären, jmd. "gekidnappt“ würde, Krankheiten ausbrechen (die mit M&M’s als„Medikamenten“ behandelt worden wären) und wir wahrscheinlich so fertig gewesen wären, dass wir zum Schluss ne Revolution angezettelt hätten. Das alles konnte dann jedoch wie gesagt nicht stattfinden.
Erst war ich äußerst erleichtert, dann enttäuscht. Ich meine…zwei Tage nicht waschen, draußen schlafen und frieren ist trotzdem soo komfortabel. Ich mein…wir haben zu essen bekommen, hatten eine Plane über dem Kopf und so vieles mehr.
Ich habe das dann freiwillig weiter durchgezogen und habe die ganze Woche im Schlafsack auf dem Boden gepennt und (was mich echt herausgefordert hat) nicht geduscht/ Haare gewaschen. Klingt aber ekliger, als es aussah.
Ja…in der Woche hatten wir einen Sprecher, der über das Vaterherz Gottes geredet hat.

Der tagesablauf sieht folgendermaßen aus: Aus dem Bett hüpfen, blabla, zum Schloss laufen (ca. 20 Minuten), Frühstück, Stille Zeit (da bete ich oft mit den Mädels), Worship oder Prayersession, Teaching, Kaffee+Fruchtpause, Workduty (jeder hat ne praktische Aufgabe hier. Ich wasche mit einigen anderen Mädels nach dem Mittagessen ab) und ab und an Phototrack-Meeting. Sonst können wir unseren tagesablauf meist selber variieren. Um ca. 10 laufen wir dann wieder in unsere WG.

Am Samstag war ich mit einigen anderen aus dem Photo-Track in einer richtig krassen, zerfallenen Fabrik Fotos machen. Vlt. poste ich sie demnächst. Hab noch gar keine Gelegenheit gehabt, sie erstmal auf dem PC anzuschauen, geschweige denn zu bearbeiten.

Ich habe übrigens auch schon ein paar Gitarrenlessons bekommen. Ich mein…am Lagerfeuer Gitarrenstunden bekommen…besser geht’s eigentlich nicht.

Die Mädels in meiner WG sind auch alle echt toll. Und das mit dem duschen klappt widererwartet echt gut. Wir sind glaube ich ca. 15 Mädels und haben ein Badezimmer.

Einigen der Ammis haben wir sinnlose deutsche Sätze beigebracht. Einer meiner Lieblingssätze ist:“Du bist mein kleines Eichhörnchen“. Einer der Music-Track-Jungs hat nen Song drüber geschrieben. Der besteht zu 100% aus sinnlosen deutschen Sätzen.

Pah und gestern hatte einer Geburtstag, hat Eis uns Kekse gekauft und war hatten ne „Icecream-Party“.

Ich könnte noch so viel schreiben. Aber ich möchte die Zeit genießen und nicht die ganze Zeit vorm Laptop hängen. Das ist jetzt übrigens seit 1 ½ Wochen mein erster Internetkontakt.

Ich bin Gott so unheimlich dankbar, dass ich hier sein darf.

Ich denk an euch.


Dienstag, 16. August 2011

Gottes Bund mit Noah.









 [...] Das ist mein Versprechen: Nie wieder werde ich durch eine Wasserflut die Erde und was auf ihr lebt vernichten. Das gilt für alle Zeiten. Ich schließe diesen Bund mit euch und allen Lebewesen.

Der Regenbogen soll ein Zeichen für dieses Versprechen sein.
Wenn er in den Wolken erscheint, dann werde ich an meinen Bund denken, den ich mit euch geschlossen habe [...]

1.Mose 9,11-15