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Samstag, 26. November 2011

Hier meine letzten beiden Hausaufgaben vom Phototrack.

Night Shots
























Photostory*

rechts oben: "thinking about myself", links unten: "try to survive", rechts unten: "freaking out"


*Dazu muss ich noch kurz was sagen: wir hatten eigentlich zwei Wochen für die Aufgabe Zeit. Das Ding war, dass ich weder irgendeine Idee für ein Konzept, noch großartige Muße gehabt habe, Fotos zu machen. Es ist dann also darauf hinausgelaufen, dass es Dienstag Nacht um 11 war und ich mein Projekt bis Mittwoch Abend um 7 fix und fertig haben musste. Ich saß dann eine ganze Weile rum und hab mich gefragt, wie das Ganze jetzt laufen wird. Das Gute war, dass ich total enzspannt darüber war. Während ich dann so im Lab (unser Photozimmer) abgehangen hab, wo die "Letzten" damit beschäftigt waren, ihre fertigen Bilder zu drucken und habe mich dann gegen 12 dazu aufgerafft, einfach mich selbst zu dokumentieren. Habe dann einfach mein Stativ aufgebaut und ein bisschen rumgeafft. Mein Konzept: Trying to find a concept. Ich habe dann gegen halb 3 alles fertig gehabt, einschließlich der Bearbeitung. Da der Drucker die ganze Nacht besetzt war, bin ich dann für ein paar Stündchen schlafen gegangen. Am nächsten Tag lief der Drucker dann auch ständig. Doch kurz nach 6 war er dann frei, ich habe 2 Testprints gemacht und mein fertiges Bild (A3) gedruckt, beschnitten, auf Passepartout geklebt, aufgehängt und war Punkt um 7 fertig.
Überraschender Weise sind meine Bilder richtig gut angekommen und ich hab recht viele gute Kommentare dafür bekommen.
Meine kleine Schilderung möchte ich nun mit zwei Worten beenden: LAST MINUTE.



Dienstag, 8. November 2011

Anreise nach Prag PART II

Gott ist echt lustig. Im Laufe des wir-gehen-nach-Prag-„Vorbereitungs“-Prozesses haben sich immer mehr Teile zusammengefügt. So haben die Leiter zum Beispiel genau für DEN Freitag geplant, dass wir keinen Unterricht haben, sondern die Zeit kreativ nutzen können. Perfektes Timing, Gott. So hatten wir dann also die Möglichkeit, unseren Kram zusammenzupacken und uns mit Elianne und Dio, die beide aus Holland kommen, zusammenzuschließen und zusammen zu trampen. 


Wir sind um 4 gestartet, standen nur ca. 10 Minuten an der Straße (!!!) und wurden dann bis nach Zittau, direkt bis zur Grenze, mitgenommen.



Als wir die Grenze überquert hatten, habe ich gerufen: „Wuhuuuu…We are in Czech.“
-„Wait a minute…are we?!“
Haha…NÖ. Wir waren in Polen. Das wiederum heißt, wir waren an diesem Wochenende in 3 Ländern. 

Elianne (: Ich weiß, ist sie nicht bezaubernd?!


Kurz nach der Brücke haben wir dann wieder unser Schild, diesmal mit der Aufschrift Liberec raus gehalten. Elianne und ich wollten uns gerade auf eine Bank setzen, weil Dio und Annie diesmal die Schild-halte-Arbeit übernommen haben. Es vergingen also ca. 2 Minuten, als plötzlich ein Auto anhielt und uns anbot, uns mitzunehmen. Spätestens jetzt waren wir uns sicher, dass Gott uns wirklich in Tschechien haben will.



Nach einer sehr angenehmen Fahrt wurden wir an einer großen Tankstelle in Liberec raus gelassen.


 
Haben dann versucht, weiter mitgenommen zu werden, jedoch erfolglos. Nach ca. 15 Minuten haben wir dann unseren Standpunkt geändert und sind zu McDonald’s gegangen. Dort fanden wir es dann ultra lustig, uns mit dem Prag-Schild an den McDrive zu stellen.



Die meisten Autofahrer fanden das auch recht amüsant. Funktioniert hatte es aber trotzdem nicht. Wir sind dann langsam unruhig geworden, weil es gerade anfing, zu dämmern und kälter wurde. Also haben wir angefangen zu beten. Als danach gerade einige junge Typen in ihrem Auto so aussahen, als hätten sie über uns gelacht, hält plötzlich ein Auto neben uns an und der Typ fragt: “Hey, kann ich euch mitnehmen?“. Go God. Der Typ hat uns dann einige Kilometer mitgenommen und uns dann an einer stockfinsteren Tankstelle mitten im Nirgendwo raus gelassen.


Mit unserem Schild bewaffnet wollten wir dann gerade losziehen, als ein Mitarbeiter der Tankstelle ein wenig gereizt zu uns kam und meinte, dass wir hier nicht unser Schild raushalten dürfen. Dio und ich sind dann ein wenig die Straße lang gelaufen und haben realisiert, dass die Chance, an einer wenig befahrenen Straße mitgenommen zu werden, wo das einzige was man von uns sieht, ein mit einer Taschenlampe beleuchtetes PRAHA-Schild ist, gegen Null geht.



Als wir uns gerade ausgemalt hatten, ob wir wohl zuerst verhungern oder erfrieren würden, kam Elianne zu uns gerannt und meinte: “We've got a ride!“.
-„Wait, we got WHAT?!“
Sie erzählte uns dann, dass uns der gereizte Tankstellenmitarbeiter ein Auto organisiert hat. Ich vermute, er hatte keine Lust auf den Papierkram, wenn wir auf dem Tankstellengelände verenden. Unser nächster Fahrer hat dann sogar einen Monitor in seinem Auto eingebaut gehabt und wir haben eine gemütliche DVD-Zeit genossen. Annie hat ihm unsere Geschichte auf tschechisch erzählt und er war ziemlich berührt und hat sich für uns verantwortlich gefühlt. Er hat uns dann direkt zur U-Bahn-Haltestelle gefahren, obwohl er da gar nicht hingemusst hätte.

 
In der U-Bahn haben wir dann neue Bekanntschaften geschlossen und neu festgestellt, dass wir eben doch nur Mädchen sind.

 

Als wir das U-Bahn-System geknackt hatten, sind wir direkt bis in die Innenstadt gefahren. Da ich Null Euro Guthaben hatte, war ich extrem glücklich, dass Elianne für mich mit bezahlt hat. (Weiß nicht, ob ihr das schon mal gehört habt, aber die Abkürzung YMEM [eigentlich für Youth With A Mission], wurde sehr passend umgedichtet in Youth Without Any Money. Und das trifft auf mich definitiv zu, seit ich hier bin… Lange Gschichte.)

Wir waren dann also in der Prager Innenstadt und haben viele unterschiedliche Leute gesehen. Extreme Gegensätze sind da aufeinander geknallt. Bettler direkt neben stylischen Geschäftsleuten, die innerlich so leer aussahen. Wir haben dann auch relativ schnell den Jazz-Club gefunden, zu dem Elianne & Dio gehen wollten. Das Konzert startete um 9 und wir waren ca. 20:15 dort. Super Timing, Gott. Vor dem Club haben wir uns dann mit einem sehr netten Mädchen unterhalten, die Karten verteilt hat.


Wir haben dann jedoch beschlossen, erstmal einen Platz zum schlafen zu finden, bevor es zu spät wird. Nachdem wir gefühlte fünftausend Leute gefragt hatten, die uns alle nicht wirklich weiterhelfen konnten, haben wir eine Gruppe Studenten getroffen, die meinten, sie wohnen in einem billigen Hostel ganz in der Nähe, next door zu einem Stripclub. Sind dann mit ihnen gegangen, haben aber kein Zimmer in dem Hostel bekommen. Aber hallo?! Wir standen direkt in einer Straße, vor einem Club, der einen zugehörigen Häuserblock gegenüber hatte, in dem sicher nicht nur „getanzt“ wurde. Nachdem wir dann weggeschickt wurden, weil wir Fotos von dem Haus gemacht haben, sind wir die Straße runter gelaufen und haben eine Gruppe Männer nach einem Hostel gefragt. Die haben dann einen Freund von ihnen gefragt und er hat uns ein Stück begleitet und zu einem netten Hostel geführt. Haben dann das Zimmer genommen, für das ich wieder nichts zahlen musste und Annie und ich haben es uns gemütlich gemacht und kostenlosen hosteleigenen, sau leckeren Tee getrunken.


Elianne & Dio sind währenddessen zu dem Jazz-Club gegangen.

Soviel erstmal zur Anreisestory. Den nächsten Teil werde ich dann hoffentlich auch bald noch posten können. Ein paar der Bilder sind übrigens von Annie.

Jetzt noch ein paar Infos von hier:
-Ich lerne gerade stricken und bemerke, dass das einen ziemlich hohen „Sucht“-Faktor hat.
-Meine Eltern haben mich dieses Wochenende besucht und wir hatten eine super schöne Zeit zusammen. Und ich habe guuuuuut gegessen.
-Ich bin jetzt die letzten Tage eeeendlich dazu gekommen, die Videos, die ich vom Faithwalk gemacht habe, zusammen zu schneiden. Werde das fertige Video dann demnächst hochladen. Weil mir eingefallen ist, dass es illegal ist, einfach Musik von irgendeiner Band als Hintergrundmusik zu nehmen, habe ich einen Typ aus dem Musik-Track gefragt, ob er ein akutisches Gitarrenstück dafür aufnehmen könnte. Ich bin also gespannt.
-Du kannst meinem Blog jetzt übrigens auch per Mail folgen. Dazu musst du einfach deine Mailadresse oben rechts in das „per Mail folgen“ Feld eingeben und du bekommst jedes Mal, wenn ich etwas poste, eine Mail.

Ich denk an euch, meine Lieben.

Freitag, 28. Oktober 2011

Outreach nach Prag. Vorgeschichte. PART I

Komfortables Christsein, zurücklehnen, eine kuschelig warme Zeit haben, genießen…das waren Dinge, die am Donnerstag im Teaching angesprochen wurden. Und ich habe mich so was von ertappt gefühlt. Meine Pläne für das Wochenende, speziell Freitag, sahen nämlich folgendermaßen aus: zum Jesus-Haus gehen, eine Doku über einen Missions-Fotografen angucken und anschließend bei einer Gebetsnacht bis 6.00 morgens teilnehmen.

An sich christlich, nett klingende Vorhaben, aber ist das wirklich alles, was ich bewirken möchte? Soll das wirklich alles gewesen sein?!
NEIN.
-„Okay Gott, ich hab’s geschnallt, was hast du also mit mir vor??“

Während ich also im Teaching saß, kamen plötzlich 2 Eindrücke in meinen Kopf.
- Prag/ Prostitution
- Flughafen

Auf einmal war ich von unbeschreiblicher Aufregung gepackt.
-„Okay Gott, ich bin dabei.“
Aber wer würde mit mir gehen? Ich hatte kein Geld, keinen Plan…nichts, außer einer irre klingenden Idee im Kopf. Das Beste wäre wohl, einen der Jungs zu fragen, ob sie mitgehen würden. Ja, ich wusste sogar schon, wen ich fragen könnte.


-„Warum möchtest du unbedingt einen Jungen dabeihaben?“
-„Na ja, ist es nicht zu gefährlich, nur mit Mädchen zu gehen? Ein Junge könnte uns doch irgendwie beschützen…“
-„ICH werde dich beschützen!“

Das war also Gottes Art, mir zu zeigen, dass ich meine Sicherheit nicht von Menschen abhängig machen soll.

-„Guuut. Wen soll ich sonst fragen?“
Ich bekam keine klare Antwort, sondern nur den Eindruck, es nicht so öffentlich zu machen. Also fing ich an, die Leute um mich herum zu fragen, ob sie dabei wären. Das war jedoch nicht der Fall. Ich meine, ich weiß auch nicht, ob ich an ihrer Stelle mit mir gegangen wäre. Auf dem Weg nach draußen sah ich dann Anna & hatte das starke Gefühl, sie fragen zu sollen. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass sie verrückt und spontan genug wäre, mitzugehen. Ich erzählte ihr also von den Eindrücken und dem nicht vorhandenen Plan & sie war dabei.
Während unserem Gespräch, kam eine Mitarbeiterin von unserer Schule an uns vorbei und ich wollte mit ihr abklären, ob das okay ist, dass wir einen Outreach (rausgehen für Gott) übers Wochenende machen. Sie war total offen dafür, was mich sehr glücklich gemacht hat. Ich erzählte ihr nur von dem Flughafen-Ding, weil mir das in dem Moment wichtiger erschien. Um sicher zu gehen, fragte ich, ob der nächste Flughafen in Dresden ist. Sie bestätigte das. Anschließend meinte sie: „Ach, und es gibt auch einen in Prag.“ BÄÄM. In meinem Hirn war bis dahin absolut keine Verbindung zwischen Prag/Prostitution & Flughafen vorhanden. Doch plötzlich machte alles so viel Sinn. Gott wollte also BEIDES verbinden. Von da an konnte ich nur noch aufgeregt, gespannte, vorfreudige Quietschgeräusche von mir geben. Wuhu!

Soviel zur Vorgeschichte. In der nächsten Zeit werde ich dann posten, was alles für unglaublich verrückte Dinge passiert sind. Aber schon mal zur Beruhigung: mir geht’s super und ich bin gesund zurück. Aber gleichzeitig nicht mehr die Selbe.

PS: Ich war gestern ziemlich hippie drauf und hab jetzt nen Dread :D
PPS: Ich werde nach Süd-Ost-Europa für den großen Outreach gehen. Das ist alles, was ich bis jetzt weiß.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Faithwalk.Gott versorgt.

Hey ihr Lieben. Erstmal sorry, dass ich so lange nix von mir hören lassen habe. Die Tage hier sind echt so ausgefüllt, dass ich irgendwie einfach keine Zeit zum bloggen gefunden habe. Und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, bin ich echt saumäßig im Verzug. Aber ich fang mal am Anfang an.

Die zweite Woche meiner DTS (jetzt bin ich in der 7.) begann damit, dass einige Mitarbeiter erzählt haben, was sie so mit Gott erlebt haben. Eine der Mitarbeiterinnen hat zum Beispiel von ihrer Zeit in Äthiopien gesprochen und Bilder gezeigt. Dann, am Mittwoch hat eine andere Mitarbeiterin erzählt, dass ihnen bei ihrem Einsatz das Geld ausgegangen war und sie schon zwei Wochen eher nach Deutschland zurückgeflogen sind. Sie haben dann gebetet und Gott gefragt, was sie mit der restlichen Zeit anfangen sollten. Anschließend waren sich alle einig, dass sie in die Schweiz gehen sollten. Ohne Geld. Ohne Unterkunft. Ohne Fahrzeug. Ohne Plan. Am Nachmittag sind sie dann einfach losgezogen. Und die ganze Story war so powervoll. Es hat mich echt begeistert zu hören, wie Gott sie immer wieder auf witzige Art und Weise versorgt hat. Während der ganzen Zeit dachte ich nur:“Das will ich auch erleben!“. Anschließend wurde uns dann mitgeteilt, dass für die Woche einfach kein Sprecher gefunden werden konnte. Und weil das so untypisch ist, haben die Mitarbeiter/Leiter angefangen zu beten und Gott zu fragen, ob er in dieser Woche nicht vlt. einfach was anderes mit uns vorhat.
Und siehe da...der Eindruck hat sich bestätigt, dass wir nen „Faithwalk“ machen sollten. Ungeplant, unorganisiert und mitten in der Woche (Mittwoch). Einfach losgehen, uns von Gott versorgen lassen und ein Segen für die Leute um uns herum sein. Bääm. Anschließend wurden wir in Teams eingeteilt. Die Anforderungen waren, dass jeder nur einen Euro mitnimmt und wir außerhalb Herrnhut sind.
v.l.n.r. Bethany aus Pennsylvania, Anna aus Kansas, Sherry aus Texas, ich & Michael (engl. ausgespr.) aus Kalifornien.


Haben uns dann als Team zusammengesetzt, gebetet und „Richtung Norden“ bekommen. Anschließend nachgedacht, was wir mitnehmen, unter dem Aspekt, unser Gepäck so leicht wie möglich zu halten. Hab dann auch keinen Schlafsack mitgenommen, weil ich mir dachte:“Wenn Gott versorgt, dann richtig. Dann wird er auch dafür sorgen, dass ich nachts nicht friere.“

(Ich versuche grade ne unheimlich umfangreiche Story sehr kurz zusammenzufassen.)



Kein eigenes Fahrzeug, kein Geld = trampen.

Keiner hält an. Und die, die anhalten, haben nicht genug Platz für 5 weitere Personen. Logisch. Ein normales Auto hat insgesamt nur 5 Plätze. Lange Zeit an einer Tankstelle verbracht. Weitergelaufen….und gelaufen und gelaufen. Wurde langsam dunkel. Rechts und links nur noch Feld. Vor uns und hinter uns nur Feld & die Straße. Während wir laufen, kommen immer mal Autos vorbeigefahren mit anderen Teams von uns, die die Fenster runtergekurbelt hatten und laut „wuuuhuuu“ rufen. Es schien also zu funktionieren.
Dann treffen wir ein anderes Team von uns und laufen auf verschiedenen Straßenseiten in die selbe Richtung. Dann wieder getrennt, weil die Anderen schneller waren. Nach einer Weile haben wir die andere Gruppe dann an einer Bushaltestelle wieder getroffen und mit ihnen gechillt, weil wir alle ziemlich kaputt waren. In dem Moment hält ein riesiger Van an und uns allen stoppt das Herz (davon geh ich einfach mal aus).

 
Der Typ im Auto war echt cool drauf und meinte: “Hey, kann ich euch ein Stück mitnehmen, ich habe 7 Plätze.“ Das Ding war, dass wir zu der Zeit zu zehnt waren. Doch für ihn war das gar kein Problem. Er hat dann den hinteren Bereich des Vans umgelagert und „zufällig“ einige Decken und Kissen dabei gehabt und damit 2 Mädels von uns einen angenehmen Platz zum fahren geschafft.

 
Der Typ hat uns dann direkt nach Bautzen gefahren und uns mitten in der Innenstadt an einem wunderschönen Brunnen mit Lichterketten raus gelassen. Das Witzige ist, dass die andere Gruppe am Nachmittag Bier geschenkt bekommen hat –das sie natürlich nicht getrunken haben- und wir das dann unserem Fahrer schenken konnten.

Der Typ in der Mitte mit der Mütze war unser Fahrer.

Wir waren alle soo geflasht. Haben erstmal Lobpreis gestartet. Dann kam die Frage auf:“ Und jetzt?“ Aber ich hatte eigentlich echt keinen Zweifel, dass Gott uns versorgen würde. Sind dann auf Nahrungssuche gegangen, die negativ ausgefallen ist. Auf dem Weg durch die Restaurants in der wundervollen Innenstadt haben wir gesehen, dass überall Mengen von außergewöhnlich tollen, leeren, sauberen Kartons gestapelt waren und auf die Altpapiersammlung am nächsten Tag warteten. Mein Gedanke: “Yay…Betten!“ Die Anderen haben die Euphorie total geteilt und wir waren alle überglücklich.

 
Haben dann Leute gefragt, wo der nächste Park ist und sind -mit Kartons beladen- hingelaufen.


 
Im Park angekommen haben wir unser Lager aufgeschlagen. Die Kartons aufgefaltet und als kuschelwarme Unterlage genutzt.


 
Da ich keinen Schlafsack hatte (sondern nur eine Fleecedecke, die ich einem anderen Mädel gegeben hatte) hat mir eines der wunderbaren Mädels angeboten, ihren Schlafsack mit mir zu teilen. War ne gute Nacht. Am nächsten Morgen habe ich erfahren, dass einer der Jungs nachts einfach ein kleines Feuer gestartet hat, weil ihm kalt war. Sau lustige Vorstellung. Im Park, mitten in der Stadt, überall schlafende JMEM-Kids auf Kartons + ein persönliches Lagerfeuer.

Am Morgen sind wir ziemlich früh aufgestanden.



 
Haben Zähne geputzt, unser Lager abgebaut und eine Toilette gesucht. Leider waren alle öffentlichen Toiletten noch nicht auf, also haben wir vor einem Einkaufszentrum gewartet und ne stille Zeit gehabt. Nach dem Öffnen sind wir rein, durften die Toilette benutzen und ich hatte den Eindruck, mehrere Papierhandtücher mitzunehmen. Während der Zeit hatten mehrere von uns den Eindruck, dass wir aufhören sollten, zu versuchen nur zu „überleben“ und anzufangen, ein Segen zu sein. Einer der Jungs hatte dann eine Bibelstelle, die das ganze noch unterstrichen hat. Hab sie aufgeschrieben aber leider grade nich da.

Plötzlich kam ein sehr aufgebracht aussehender Araber zu unserem Platz und fing an seine Arme in die Luft zu heben und wütend klingende Worte zu sagen. Wir dachten dann:“Hey, lass uns einfach anfangen, Lobpreis zu machen.“ Und während wir singen und Gitarre spielen, verändert sich das Gesicht des Mannes, er ist ganz ruhig, setzt sich zu uns und fängt an, uns aus seinem Leben zu erzählen. Wir haben dann ne ganze Weile mit ihm verbracht, er hat uns einen schönen Platz in Bautzen gezeigt und wir durften für ihn beten.


Anschließend haben wir uns als Gruppen dann wieder getrennt. Meine Gruppe und ich sind zu dem Marktplatz gegangen, haben uns an den Rand gesetzt und angefangen Musik zu machen, zu singen, zu zeichnen und zu basteln. Ich habe dann ein paar Kartonteile genommen und Messages drauf geschrieben. Ich habe mich an ein Wochenende mit meinen Holy Flames Mädels in Dresden erinnert, wo wir an einem Radweg gesungen haben und ne kleine Box aufgestellt haben mit den Worten:“Wir brauchen nichts, wir haben schon ALLES.“ Und das hat so krass gepasst, dass ich den Gitarrenkoffer geöffnet habe und die Message angebracht habe. Das hat einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen.




Bethany hat Blumen aus Papier gefaltet und sie Kindern geschenkt, die vorbeigelaufen sind. Dann hatte sie den Eindruck, einer Frau eine Blume zu schenken. Die hat sie genommen und gefragt, ob das das „Himmel-und-Hölle-Spiel“ ist. Sind dann mit ihr ins Gespräch gekommen und haben ihr von unserem Trip erzählt. Sie hat dann gefragt: “Und ihr habt seit gestern Mittag nichts gegessen?!“ „Mh…nee“. Sie ist dann kurz verschwunden und in der Zwischenzeit kam eine andere Frau auf uns zu und meinte, wir müssten unseren Platz verlassen, weil sie hier ihren Stand aufbauen möchte. In dem Moment kommt die erste Frau wieder, schenkt und 5 € und einen sau guten Käsekuchen. Mit unserem neuen Guthaben sind wir dann losgezogen und haben das billigste Brot gesucht. Aldi. 85 Cent. Dazu haben wir 2 Päckchen Würstchen gekauft und Frischkäse. Ich glaube, ich habe noch nie so gut gegessen.

MeinTeam mit vollem Magen.
Danach haben wir dann gebetet und Gott gefragt, was wir eigentlich machen sollen, wo wir hingehen sollen, wie wir ein Segen sein können. Und irgendwie haben wir uns ziemlich planlos gefühlt. Wir sind dann einfach Richtung Autobahn gelaufen, weil wir ja Richtung Norden wollten. Auf dem Weg sind wir an einer großen Neubausiedlung vorbeigelaufen und ich hatte so’n bisschen  den Eindruck: “Ihr solltet da hingehen.“ Haben dann aber erstmal wieder an einer Tankstelle unser Schild raus gehalten, und keiner konnte/wollte uns mitnehmen. Nach einem kurzen Nap haben wir dann unseren Kuchen genossen. Jammi. Haben dann wieder gebetet und hatten das Gefühl, 2 sollen an der Straße bleiben und das Schild raushalten und die Anderen gehen in das Neubaugebiet, spielen Musik und sehen mal, was kommt. Ich bin dann mit zu den Häusern gegangen. Hingesetzt, Gitarre ausgepackt, Kids getroffen, gequatscht, für sie gebetet. In dem Moment habe ich mich so am richtigen Platz gefühlt. Die Anderen kamen dann zu uns und meinten auch, dass sie denken, wir sollten vielleicht echt hier bleiben. Uns nicht aufs Reisen zu konzentrieren, sondern auf die Menschen. Haben dann einen Mann gefragt, wo die nächste Gemeinde ist und er hat uns den (kurzen) Weg gesagt. Ich hatte so ein gutes Gefühl in dem Moment. Und am Morgen, nach dem Aufwachen im Park, hab ich Gott gebeten, dass wir die kommende Nacht drinnen schlafen können und hatte totalen Frieden darüber, dass er uns versorgen wird. Auf dem Weg zur Gemeinde sind wir an einem Skatepark vorbeigelaufen und hatten alle das Gefühl…da sollte morgen doch was gehen.

An der Gemeinde angekommen, super aufgenommen wurden, chillige Atmosphäre, sind in einen (Kinder)Raum geführt wurden, haben Decken, Handtücher, Matratzen, Seife, Kissen und 20 € bekommen & durften die Dusche nutzen. Das war echt eine neue Ebene von Gastfreundlichkeit und Gottes Versorgung. Außerdem durften wir alles in den Räumen nutzen: Cappuccino, Tee, Süßigkeiten. Die Gemeinde ist so lebendig, und es leben mehrere Familien dort. Im Gemeinschaftsraum gab es einen Kicker, Billardtisch und alles was das Herz begehrt. Wir waren so geplättet.





Als wir und dann alle niedergelassen hatten, war es gegen 5 am Nachmittag. Den restlichen Tag haben wir dann genutzt um zu reflektieren, was passiert ist, Gott zu danken und uns besser kennen zu lernen.

Am nächsten Tag sind wir aufgestanden und waren super drauf.


 Mit den 20€, die wir bekommen haben, hatten wir schon am tag zuvor geplant, zu Kaufland gehen und Süßigkeiten und Zeug kaufen, dass wir mit den Kids auf dem Skatepark teilen könnten.


 
Und für 2 Brote und Nutella für uns hat es auch noch gereicht.
Am Skatepark angekommen, haben wir angefangen Beziehungen aufzubauen, mit den Leuten dort abzuhängen und sie einfach ein bisschen kennen zu lernen. Außerdem haben wir herausgefunden, dass Michael in Amerika geskatet hat und von einigen Labels u.a. Vans gesponsert wurde. 


 Die Kids/Teens dort waren echt super und wir hatten ne großartige Zeit zusammen.

Das Bild hat einer der Jungs von dot gemacht.
 

Außerdem waren dort auch 3 Typen, die geskatet haben. Ich hab sie gefragt, ob ich Fotos von ihnen machen darf und sie waren einverstanden und wir sind ins Gespräch gekommen. Später kam einer von ihnen dann auf mich zu und fragte, ob ich vlt. Papiertaschentücher hätte, weil seine Hand total geblutet hat. Haha…erinnerst du dich…die Papierhandtücher von der öffentlichen Toilette. Deswegen hatte ich die also mitgenommen.


Ich bin mir nicht ganz sicher warum, aber die Kids haben die ganze Zeit gesagt, wie toll sie es finden, mit uns abzuhängen. Und haben dann mit Kreide, die wir gekauft hatten, auf den Boden geschrieben: Best Day Ever. Ich meine wow…wir haben an sich überhaupt nichts gemacht, hatten keinen Plan und waren einfach nur da. Das war so überwältigend und so ein riesen Segen für mich. Puh, es ist echt viel passiert an diesem Tag. So viele Gespräche, Gebete, Freude, Ermutigung. Eines der Mädchen hat dann noch ihre Mum und ihren Freund angerufen und gesagt, dass sie uns unbedingt kennen lernen müssen.



 
Als es dann dunkel wurde haben wir eines der Mädchen noch nach Hause begleitet und sie hat uns gesagt, dass sie jetzt auch daran glauben kann, dass es einen Gott gibt, der sie liebt. Sie hat mir dann einen Ring geschenkt, den ich seit dem immer trage. Er erinnert mich an diese Zeit und daran, dass Gott soo viel mit unvorbereiteten, unqualifizierten Leuten machen kann, die sich einfach nur zur Verfügung stellen und losgehen. Außerdem hat sie uns an der Haustüre ihre Familie vorgestellt, mit denen wir auch teilen konnten, wie gut Gott ist.

Den Rest des Abends haben wir dann im Gemeinschaftsraum der Gemeinde verbracht, eiskalte Coke getrunken, Nutellabrot gegessen, und ne gute Zeit gehabt.

Apropos Brot: Wir hatten ja genug Geld um 2 Brote zu kaufen. Am Nachmittag kam dann eine andere Gruppe von uns zu dem Skatepark und hat uns gefragt, ob wir was zu essen übrig haben. Das war dann so’n bisschen wie die Story in der Bibel mit den Fischen und Broten. Gott hat uns so viel geschenkt, dass wir sogar noch was abgeben konnten und trotzdem noch genug hatten.



 
Wir haben übrigens auch an beiden Morgenden super tolles Frühstück in der Gemeinde bekommen. Was für ein Segen. Und vlt. denkst du auch wie ich: “Ja, irgendwie ist das ja deren Pflicht, andere Christen zu versorgen.“ Und ich meine, ich war suuper Dankbar, aber hab trotzdem gedacht: „Ja, schließlich sind sie Christen.“ Aber als wir wieder daheim waren habe ich viele Geschichten gehört von Gruppen, die von allen Kirchen und Gemeinden abgewiesen wurden sind. Ist das nicht traurig?

Am Samstag haben wir dann unsere Sachen zusammengepackt und sind wieder zur Hauptstraße gegangen um zurück zu trampen. Als wir grade die Straße hoch liefen, ruft mich eines der Mädels, das mir den Ring geschenkt hat, an und sagt, dass sie uns unbedingt noch mal sehen möchten und schon in der Gemeinde waren, die ihnen aber gesagt haben, dass wir schon losgezogen sind. Haben uns dann mit den Mädels getroffen und sie haben uns Gesellschaft geleistet, beim Versuch, eine Mitfahrgelegenheit zu finden.


Das Wort auf seinem Finger ist FAITH.
 Ich stand dann für ne Weile alleine an der Straße mit dem Schild und es haben so viele Autos/LKW’s angehalten, die aber alle absagen mussten, als sie erfuhren, dass wir zu 5. sind. Uns ist dann  irgendwann klar geworden: entweder wir finden einen Van, der uns mitnimmt, oder wir müssen uns aufteilen. Haben dann drüber gebetet und den Eindruck gehabt, wir sollten zusammen bleiben. Etwas später spricht uns ein junges Mädchen an und fragt, ob wir „immer noch nach Löbau wollen“. „Ähm..japp.“ Und der Hammer war, dass sie zu dritt waren und in 2 Autos unterwegs. Es war also genug Platz für uns alle. Und wir waren aufgeteilt, aber trotzdem zusammen. Ich weiß bis jetzt noch nicht wie er dazu kam, aber der Fahrer unseres Autos hat uns allen Eis spendiert.


 
Ich hab dann ein richtig gutes Gespräch mit ihm gehabt.

Da unsere Fahrer nach Zittau wollten, sind sie direkt durch Herrnhut gefahren und haben uns am perfekten Platz rausgelassen. Wir haben sie dann gefragt, ob wir ihnen unsere insgesammt 5€ geben dürfen, mit denen wir ja gestartet waren, die wir aber die ganze Zeit überhaupt nicht gebraucht hatten. Er meinte dann:“Ihr spinnt wohl…ich hab euch gerne mitgenommen!“ Und hat uns (frag mich nicht warum) 20€ in die Hand gedrückt und darauf bestanden, dass wir sie nehmen. Von dem Geld sind wir dann zu einem Café gegangen, über das wir während dem Walk gesprochen hatten, wo’s richtig starken Kaffee gibt. Den haben wir uns dann reingezogen, 12€ bezahlt und den Rest dem (äußerst verwunderten) Kellner geschenkt.



Ich hab euch lieb.
Gott ist GUT!